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Ab Mitte des 19. Jahrhunderts begannen sich die Handelsstudien in Spanien abzuzeichnen, auch wenn ähnliche Entwicklungen bereits zuvor in verschiedenen Städten existierten, jedoch im Rahmen privater Institutionen und kaufmännischer Konsulate, welche im kommerziellen Bereich ausbildeten. Letztere wurden schließlich in dem Jahr 1857 offiziell anerkannt, dem Jahr, welches als Entstehungszeitpunkt der Handelsschulen gilt.

Im Fall Valladolids gehen die Ursprünge der aktuellen Fakultät für Handel auf das Jahr 1887 zurück, damals noch als so genannte Handelsschule Valladolid („Escuela Elemental de Comercio“). Die Entstehung der Schule ist auf den wirtschaftlichen Wachstum der Stadt in jenen Jahren zurückzuführen, welcher durch den Handel, den Bankensektor und die leistungsstarke Metallindustrie, hier im Bereich der Eisenbahn, vorangetrieben wurde. Seitdem und bis heute wird die Entwicklung der Handelsstudien mit verschiedenen wirtschaftlichen Impulsen der Stadt und der Region Kastilien und Leon in Verbindung gebracht. Hierbei durchliefen die Studien diverse Entwicklungsprozesse, in welchen sich ihre Organisations- und Ausbildungsstrukturen kontinuierlich wandelten, mit dem Ziel, sie an die sich stets ändernden Anforderungen der Wirtschaft und der Gesellschaft anzupassen: von der Handelsschule über die Höhere Handelsschule und die Hochschule für Betriebswirtschaftslehre bis hin zur heutigen Fakultät für Handel.

HANDELSSCHULE VALLADOLID

(„Escuela Elemental de Comercio“)

(1887-1901)
Aufgrund der zunehmenden Bedeutung dieser Studien, der wachsenden Anzahl an Schülern und wegen des Aufschwungs des wirtschaftlichen Lebens in Valladolid, wurde die Handelsschule im Jahr 1902 zur Höheren Handelsschule. Unter anderem mit der Unterstützung der Deputation, der Stadtverwaltung und der Handelskammer Valladolids.

HÖHERE HANDELSSCHULE VALLADOLID

(„Escuela Superior de Comercio“)

(1902-1972)

Am 1. Januar 1902 wurde der Schritt der Handelsstudien Valladolids von der Handelsschule zur Höheren Handelsschule („Escuela Superior“) formell vollzogen. In diesem Zeitraum existierten bereits unterschiedliche Lehrpläne (1903, 1922, 1953), welche sich stetig und kontinuierlich an die Bedürfnisse des kommerziellen Lebens anpassten. Dies geschah jedoch auch im Interesse der Bemühungen um eine Verbesserung der Ausbildung, weshalb im Jahr 1932 die Schule schließlich als Hochschule für kaufmännische Studien („Altos Estudios Mercantiles“) anerkannt wurde. Während dieser Zeit (insbesondere im Jahr 1929) erreichte man außerdem, das Gebäude in der Calle Estación 5 als festen Standort der Schule zu etablieren.

HOCHSCHULE FÜR BETRIEBSWIRTSCHAFTSLEHRE VALLADOLID

(„Escuela Universitaria de Estudios Empresariales“)
(1972-2013)
Von dem Jahr 1971 an spalteten sich die Wirtschafts- und Betriebswirtschaftsstudien von den Politikwissenschaften und ermöglichten auf diese Weise die Schaffung eines unabhängigen Hochschulabschlusses, woraufhin sich die Fakultäten der Wirtschaftswissenschaften und Betriebswirtschaftslehre bildeten. 1972 wurden die Berufsschulen für Handel in die Universität integriert und in die Hochschulen für Betriebswirtschaftslehre („Escuela Universitaria de Estudios Empresariales“ (E.U.E.E.)) umbenannt. Sie bildeten den ersten Studienzyklus der Wirtschaftswissenschaften und der Betriebswirtschaftslehre.

Nach mehreren unterschiedlichen Lehrplänen in dieser Übergangszeit wurde 1973 ein Plan etabliert, welcher bis zur Umstrukturierung, eingeleitet durch das Gesetz zur Universitätsreform („Ley de Reforma Universitaria“(L.R.U.)), geltend war. Letztendlich ersetzte ihn der Plan von 1994, welcher durch das ECTS-Leistungspunktesystem geregelt ist.

Schließlich, unter anderem aufgrund der wachsenden Anzahl an Studenten, sah sich die Hochschule für Betriebswirtschaftslehre (E.U.E.E.) gezwungen, ihren Standort, am 24. Januar 1994, in ein neues Gebäude an dem Campus del Prado de la Magdalena, heute Campus Universitario, zu verlegen, welches die entsprechenden Anforderungen für das Zentrum erfüllte.

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FAKULTÄT FÜR HANDEL

(„Facultad de Comercio“)

(2013–heute)

Nach der Etablierung und der erfolgreichen Umsetzung des Studiengangs Handelsmanagement in dem akademischen Jahr 2010-11, welcher als Pionier innerhalb der Studiengänge der Universität Valladolid gilt, wurde die Notwendigkeit einer Umbenennung des Zentrums in Betracht gezogen, um dieses dem neuen Europäischen Hochschulraum anzupassen und es den Vorschriften des Bologna-Prozesses anzugleichen. Im Jahr 2013, basierend auf einem Vorschlag des Regierungsrates und einem vorhergegangenen unterstützenden Bericht des Sozialrates, stellte die Universität einen Antrag an das Bildungsministerium, um die Fakultät für Handel der Universität Valladolid („Facultad de Comercio de la Universidad de Valladolid“) zu gründen. Diese Einrichtung würde zwar die Hochschule für Betriebswirtschaftslehre (E.U.E.E.) ersetzen, jedoch verblieb sie an ihrem Standort am Campus Universitario. Der Regierungsrat der „Junta de Castilla y León“ (Regierungsorgan der autonomen Region) bestätigte den Wechsel amtlich auf einer Tagung vom 5. Dezember im Jahr 2013, unterstützt von einem positiven Bericht der Abteilung für Qualität des Universitätssystems (Acsucyl) und des Universitätsrates (Consejo de Universidades) von Kastilien und León.